Volle Regale

posted Februar 25th, 2016 · by Daniela Wiss · in Allgemein, Essen & Trinken

Die Mitarbeiterin zuckte nur entschuldigend mit den Schultern, als sich eine Einkäuferin vorwurfsvoll vor ihr aufbaute und verkündete, dass die Kiwis schon wieder überreif wären. Sie tat mir leid, doch wie sie stand auch ich verdutzt da. Erst jetzt würden mir die passenden Worte einfallen…

 

Schon oft habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie gut es uns doch geht. Oder wann warst du zuletzt einkaufen und es gab keine Milch, Eier oder Peperoni?

 

Doch nicht nur jederzeit gefüllt sollen die Regale sein, auch eine grosse Auswahl wird gewünscht. Eine Vielfalt an Produkten, für jedes Budget und ohne Mangelware(!*) dazwischen. Dass die Nahrungsmittel zum perfekten Reifegrad griffbereit daliegen müssen, versteht sich da schon fast von selbst…

 

Die Organisation rund um verderbliche Esswaren erscheint mir persönlich fast als unmöglich, habe ich doch manchmal zu Hause schon Mühe das Eingekaufte innert Frist zu verbrauchen! Wie sieht es da erst mit Tonnen von Produkten aus, die zu einem gewissen Reifezeitpunkt genau in unserem Supermarkt bereitliegen sollen…

 

Doch von den logistischen Herausforderungen merkt der Endverbraucher nichts. Beim Wocheneinkauf müssen selbstverständlich für den Fruchtsalat zwei reife Bananen bereitliegen, für den Junior sollte aber schon auch noch eine da sein, die Ende Woche beim Kindergartenausflug noch geniessbar ist. Und wie gesagt – natürlich genormt muss die Frucht sein! (Für die Banane gilt in der EU eine Mindestlänge von 14 cm und eine Mindestdicke von 27 mm – Bananen aus Madeira oder Kreta dürfen kürzer sein. Bananen der Klasse „Extra“ dürfen maximal auf 1 cm2 der Oberfläche beschädigt sein. Es müssen jeweils mindestens Cluster mit 4 Fingern (einzelnen Bananen) angeboten werden.)

 

Viele denken nicht gross darüber nach, was für ein Aufwand betrieben wird, damit unsere Regale voll sind. Ich für meinen Teil muss immer wieder staunen – und nehme das scheinbar perfekte Angebot nicht als Selbstverständlichkeit. Und so greife ich auch gerne mal zu einer etwas überreifen Frucht oder einem Apfel mit Hick, denn nicht nur Bus-Chauffeure oder die Angestellten im Lebensmittelgeschäft sollte man mit Anstand behandeln, sondern auch die Lebensmittel. 🙂

 

* Ich bediene mich auch gerne bei nicht ganz makellos aussehenden Gemüsen/ Früchten! Du auch?
Seit 2013 führt Coop dazu die Marke „Ünique“. Eine andere, vergleichbare Marke als Ünique ist mir leider (noch) nicht bekannt, ich hoffe aber, dass andere Händler dem Beispiel folgen werden. Kennt ihr Alternativen?

Daniela Wiss

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