Stoffwechsel für die Baumwollbauern

posted September 2nd, 2015 · by Helden · in Mode & Lifestyle

THEMENMONAT „FAIR FASHION“, #1: Wir eröffnen unseren Themenmonat mit einem Text von Caroline Zamor von der Max Havelaar-Stiftung. Sie schreibt über den Baumwollanbau und zeigt auf, weshalb Fairtrade-Label Sinn ergeben und der minime Aufpreis für den Endkunden dennoch lohnend ist.

 

Jetzt in diesem Moment, wo du diesen Post liest, trägst du mit grosser Wahrscheinlichkeit Kleider, die Baumwolle enthalten. Ein angenehmes, hautfreundliches und widerstandsfähiges Material, welches viel Arbeit bedeutet: Schätzungsweise 100 Millionen Bauernfamilien bauen weltweit Baumwolle an. 90% von ihnen sind Kleinbauern in Entwicklungsländern, die in ländlichen Gegenden in Armut leben.

 

Für die Umwelt ist der Baumwollanbau äusserst negativ. Auf 81% der Felder wird gentechnisch-verändertes Saatgut verwendet. Und es werden massive Mengen an Insektiziden und Pestiziden eingesetzt. Bei einem kürzlichen Besuch sagte ein indischer Baumwollbauer: “Ich möchte nicht, dass mein Sohn Baumwollbauer wird. Ich gehe auf dem Feld zugrunde und ich will nicht, dass auch mein Sohn zugrunde geht.“

 

Fairtrade Max Havelaar arbeitet daran, die Situation für die Kleinbauern und die Umwelt zu verbessern. Mitten in Indien – in Yavatmal – haben sich Baumwoll-Bauern und -Bäuerinnen der Kooperative „Chetna“ angeschlossen, um gemeinsam ihre Baumwolle zu Fairtrade-Bedingungen zu produzieren. Dank der Produktion gemäss Fairtrade-Richtlinien hat sich die Situation der Chetna-Bauern und ihrer Familien grundlegend verbessert. Heute kann die Kooperative ihre Baumwolle selber vermarkten und erzielt einen besseren Preis. Durch den Fairtrade-Mindestpreis sind die Baumwollbauern zudem gegen Marktschwankungen abgesichert. So können sich die Bauern und ihre Familien auch dann ernähren, wenn der Weltmarktpreis stark sinkt. Ganz entscheidend sind auch die strengen Umweltstandards, die den nachhaltigen Umgang mit Wasser gewährleisten und den Einsatz von gefährlichen Pestiziden und GMO-Saatgut verbieten.

 

Zusätzlich zum Mindestpreis erhält die Kooperative eine Fairtrade-Prämie, die zugunsten der Kleinbauernfamilien und deren Gemeinschaft eingesetzt wird. Über die Verwendung der Prämie entscheiden die Bauern und Bäuerinnen demokratisch. Kosubai Atram ist Vorstandsmitglied von Chetna. Sie ist 45 Jahre alt und Mutter von fünf Kindern: „Mit der Fairtrade-Prämie konnten wir eine Schule bauen. Die Kinder unserer Gemeinde können jetzt zur Schule gehen und lernen dort auch die Kinderrechte kennen.“ Zusätzlich zur Schule konnte die Kooperative Brunnen und Viehtränken bauen. Daneben wurden kleine Biogasanlagen, ein Versuchsgarten und ein Leihbüro für landwirtschaftliche Geräte eingerichtet. So erhalten die Baumwollbauern und ihre Kinder eine echte Chance für einen nachhaltigen Anbau und bessere Lebensumstände. All dies ist aber nur möglich, wenn wir als Konsumentinnen und Konsumenten den Dokfilm „The True Cost“ ernst nehmen und beim Einkauf bewusst auf das Fairtrade-Label achten.

 

Caroline Zamor, Business Development Manager Baumwolle, Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)

 

Alle Infos und Fairtrade-Textilien im Überblick: www.maxhavelaar.ch/baumwolle

 

Der Film „The True Cost“ wird am „Filme für die Erde“-Festival auch gezeigt.

Helden

Website: http://konsumhelden.ch

One Comment

  1. heubergen sagt:

    native advertising muss imfall entsprechend gekennzeichnet werden. Auch wenn die Werbung einem Fair Trade Label gilt.

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