Schweizer Handy-Abos im Vergleich

posted Juni 3rd, 2015 · by Helden · in Finanzen & Recht, Freizeit & Unterhaltung
Handy Abo Vergleich Schweiz

Das Handy kann gerade für Jugendliche schnell zu einer Kostenfalle werden, obwohl die Schweizer Netzbetreiber Swisscom, Sunrise und Salt alle spezielle Abos für Kunden unter 26, 27 oder 30 Jahren im Angebot haben. Doch welches Abo passt am besten? Wie kann sogar noch günstiger telefoniert werden? Die Konsumhelden haben zusammen mit dem Telekomzentrum Schweiz nachgerechnet.

 

Fast alle Schweizerinnen und Schweizer verfügen über (mindestens) ein Handy, Ende letzten Jahres besassen mehr als zwei Drittel ein Smartphone. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen dürfte der Anteil an den internetfähigen Smartphones noch bedeutend höher liegen. Es erstaunt deshalb nicht, dass dieses Kundensegment im Vergleich zu anderen Alterssegmenten überdurchschnittlich hohe Datenvolumen braucht. Bilder und Videos anschauen auf sozialen Netzwerken oder Musik, Videos oder TV streamen, lassen den Datenverbrauch rasch in die Höhe schnellen (Gerade nachdem Facebook „Autoplay“ einführte und Videos automatisch abspielt, stieg bei vielen die Datenmenge… Mit wenigen Klicks lässt sich diese Funktion aber ausschalten.). Nachrichten werden von den jüngeren Nutzern meist über Online-Dienste wie WhatsApp, iMessenger o.ä. verschickt – die SMS wird immer weniger genutzt. Dieser Trend ist auch bei älteren Nutzern beobachtbar, bei Jugendlichen ist er einfach schon stärker ausgeprägt. Dann gilt aber wie fast immer: Das Nutzungsverhalten ist individuell unterschiedlich.

 

Die Frage mit der Netzqualität

Bei der Wahl des Anbieters stellt sich natürlich auch immer die Frage nach der Wahl des Mobilfunknetzes. Nach wie vor zehrt Swisscom vom Image den landesweit besten Empfang zu haben. Dabei hat die Konkurrenz in den letzten Jahren deutlich aufgeholt – und zum Teil überholt. Im Connect Mobilfunknetztest schneidet Swisscom in der Gesamtabrechnung zwar am allerbesten ab. Betrachtet man nur die Telefonie, so wäre hingegen Sunrise top, bei den Daten ist Orange/Salt der Swisscom auf den Fersen. Die drei grossen Schweizer Netzbetreiber haben alle „sehr gute“ Netze fürs Telefonieren und Surfen. Der Tipp vom Telekomzentrum: Der Empfang sollte dort gut sein, wo man am meisten Zeit verbringt, also zu Hause, am Arbeitsplatz/in der Schule und auf dem Weg dorthin. Im Abgleich mit Freunden und Bekannten, die ihr Abo bei anderen Anbietern haben, lässt sich schnell feststellen, welche Anbieter an den erwähnten Orten die beste Netzabdeckung haben.

 

Jugendabos von Swisscom, Sunrise und Salt

Beim klaren Marktführer Swisscom gibt es für alle unter 26 Jahren spezielle Jugendabos. Zu erkennen sind diese am „xtra“ im Abo-Namen. Im Angebot stehen drei vergünstigte infinity Abos, welche sich wie alle infinity Abos durch unlimitierte Telefonie, SMS und Datenvolumen in der Schweiz auszeichnen sowie das „start“ für Wenignutzer. Die Leistungsunterschiede bei den verschiedenen Abos liegen in der Surfgeschwindigkeit und in den Inklusiveinheiten bei Anrufen ins Ausland und beim Roaming (Nutzung des Handys im Ausland). Die Surfgeschwindigkeit des günstigsten Abos ist „tragbar“, bei regelmässiger Nutzung von datenintensiven Inhalten wie Videos, Spotify, etc. macht jedoch das Abo „M“ mehr Sinn. Das „start“ Abo ist dann noch langsamer und beinhaltet auch nur noch beschränkte Datenvolumen, Telefonie-Inklusiveinheiten und SMS, weshalb es sich in der Tat primär an Wenignutzer richtet.

Die Sunrise Jugendabos laufen unter der Marke „MTV Mobile“ und richten sich an alle unter 30 Jahren. Bei „MTV Mobile bleibt man somit am längsten in der ‚Jugend-Gruppe‘. Erstes Unterscheidungsmerkmal gegenüber Abos für Ältere sind die inkludierten, unlimitierten WhatsApp-Daten in der Schweiz. Preislich setzen die Abos deutlich tiefer an (ab CHF 15.-/ Monat), haben aber gerade bei den günstigeren Abos wenig oder gar keine Inklusiveinheiten und eignen sich daher auch nur für Jugendliche mit unterdurchschnittlichem Nutzungsverhalten. Das teuerste Abo kostet CHF 60.-/Monat und beinhaltet nebst unlimitierter Telefonie und SMS auch 10 GB Datenvolumen pro Monat. Ein Wert, der in den allermeisten Fällen auch bei intensiver Nutzung nicht übertroffen werden sollte (ausser man nutzte das mobile Internet regelmässig als Hotspot für das Surfen am Computer und ladete dann auch Software-Updates und andere grössere Datenmengen herunter).

Salt, das ehemalige Orange, kennzeichnet seine Jugendabos mit dem Namen „Young“ und richtet sich an alle unter 27 Jahren. Salt positioniert sich preislich zwischen Swisscom und Sunrise und bietet als Special gratis Musik-Streaming auf Spotify. Mit dem Salt Young Pass wurde per 1. Juni 2015 ein neues Abo eingeführt, welches sehr ähnlich ist wie die Swisscom infinity Abos: unlimitierte Telefonie, unlimitierte SMS und unlimitiertes Surfen. Die monatlichen Kosten liegen zwar CHF 3.25 über dem günstigsten Swisscom infinity Abo, dafür gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung beim Surfen (aber auch ohne inkludierte Roamingeinheiten). Speziell beim Young Pass: das Abo muss jährlich bezahlt werden (einmalige Zahlung von CHF 699.- für das gesamte Jahr). Für einige Jugendliche möglicherweise ein gar hoher Budgetposten.

 

Günstige Alternativen zu den Jugendabos

Nebst den bekannten Grossanbietern Swisscom, Sunrise und Salt gibt es in der Schweiz auch eine Vielzahl sogenannter MVNOs (Mobile Virtual Network Operator), also Anbieter, die auch Mobilfunkabos anbieten, aber über kein eigenes Netz verfügen und ihre Dienste über eines der bestehenden Mobilfunknetze anbieten. Berühmte Beispiele sind M-Budget Mobile, Coop Mobile, upccablecom oder yallo. Unter diesen Anbietern finden sich auch spannende Abos, die je nach Netzpräferenz und Nutzungsprofil auch für Jugendliche sehr interessant sein können. Wir haben die relevantesten Abos ebenfalls zusammengetragen und verglichen.

Handy Abo Vergleich MVNO

 

In der Tat dürften nicht wenige Handybesitzer unter 26, 27 oder 30 Jahren günstiger fahren, wenn sie erst die Alternativen durchrechnen würden, statt einfach davon auszugehen, dass die ‚Jugend-Abos‘ automatisch günstiger zu stehen kommen. Welches Abo sich nun aber genau für DICH lohnt, kann nicht einfach so gesagt werden. Wie oben schon geschrieben hängt das in erster Linie von deinem individuellen Nutzungsverhalten ab. Wie lange telefonierst du? In welche Netze? Wie viele Daten benötigst du und wie wichtig ist dir der Speed der Verbindung? Sind Zattoo- oder Spotify-Daten ein Verkaufsargument für dich? Nötig wäre also eigentlich „Quantified Self“ nicht nur im Fitnesslokal, sondern auch über den Telefonrechnungen. 😉 Es gibt 2 Möglichkeiten für dich:

  • Nimm am besten die Rechnungen der letzten paar Monate und berechne daraus das durchschnittliche Nutzungsverhalten (Telefonieminuten, SMS, Datenvolumen, etc.) oder was dich Peaks bei Datenverbrauch und Telefonie kosten würden. (Achtung: bei Swisscom infinity Abos findet man auf den Rechnungen keine Angaben mehr zum Nutzungsverhalten. Man kann jedoch über das Swisscom Kundencenter einen Verbindungsnachweis bestellen und so das gebrauchte Nutzungsvolumen berechnen.)
  • Lass das Telekomzentrum einen detaillierten Abo-Check anfertigen, bei denen für wenig Geld (ab CHF 49.-) das persönliche Nutzungsprofil (auch für Internetanschluss und TV) ermittelt wird und dann aus allen Abos in der Schweiz eine Auswahl von 2 bis 3 passenden Abos vorgeschlagen wird.

Helden

Website: http://konsumhelden.ch

4 Comments

  1. Sascha sagt:

    Sehr sehr gute Übersicht. Gratulation.
    Kannst du mir bestätigen, dass Abos im Vergleich zu anderen Ländern seeeehr teuer sind?

    • Padrigo sagt:

      Hi Sascha.
      Danke fürs Kompliment.
      Ja, das ist (leider) schon so. Ich habe eine Zeit lang in Deutschland gelebt und dort kommt man sogar mit 2 Handy-Abos (z.B. eins mit Flat für DE und eins mit Flat für Roaming) günstiger weg. Aber es gibt mittlerweile echt günstige Alternativen in der Schweiz, wie unser Vergleich hoffentlich auch zeigen konnte.
      Beste Grüsse

  2. Katrin sagt:

    Sehr schöne Übersicht. Bei den vielen Anbietern, die es mittlerweile auf dem Markt gibt, lohnt sich ein Vergleich immer wieder. Denn nur so kann man sich einen Überblick verschaffen und das für sich günstigere Angebot finden.

  3. Andrin sagt:

    Gute Übersicht, ich schaue mich gerade nach einem neuen Abo um und diese Übersicht hilft sehr dabei!
    Danke vielmal!

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