SBB Mobile App „vNext“

posted November 24th, 2015 · by Helden · in Apps, Reisen & Mobilität
SBB Mobile App vNext

Bewährtes noch einmal verbessern, das nahm sich die SBB vor, als sie sich an eine Überarbeitung der äusserst beliebten „SBB Mobile App“ machte. Unter dem Codenamen „vNext“ ist dem Team von Christof Zogg, Leiter E-Business der SBB, eine tolle neue App gelungen. Wir durften sie vorgängig testen und sagen dir was neu ist und wie die Bedienung funktioniert – und was noch dazukommen sollte.
 

Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn: Liebe iOS-Nutzer, ihr müsst für einmal hinten anstehen, denn die App wird vorerst nur im „Play Store“ für Android-Apps verfügbar sein und erst im Frühling 2016 auch von iPhone- und iPad-Besitzern installiert werden kann. Das wird damit begründet, dass die neue Version der SBB-App noch im Entwicklungsstadium befindlich ist und erst per Ende 2016 vollumfänglich eingeführt werden soll. In der Zwischenzeit erhoffen sich die SBB nützliches Feedback von den Anwendern. Dass die App gemeinsam mit den Kunden entwickelt werde, soll also nicht bloss PR bleiben.

 

Mit einem Swipe zum Ticket

Die bisher erhältliche App „SBB Mobile“ hat in den Augen der SBB ihr Ziel erreicht und sei tatsächlich „der grösste Bahnhof der Schweiz“. Siebenjährig ist die App mittlerweile, sie steht bei aktuell 6,5 Millionen Downloads und monatlich 1,8 Mio. Usern. Seit 2012 werden mehr Tickets übers Mobile als online gelöst. Aktuell seien es rund 40’000 Tickets pro Tag. So sind Ticketverkäufe also auf dem Vormarsch – aber die App wird weiterhin in erster Linie als Fahrplanauskunft gebraucht. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass der Ticketkauf doch einige Klicks erforderte. Das ändert sich mit der neuen Version „vNext“ grundlegend.

 

Eine der augenfälligsten Neuerungen ist (neben dem „Touch Fahrplan“ Viadi, weiter unten) der Billetkauf durch einen Wisch nach links, einen sogenannten „Swipe“ (englisch für „durchziehen“, „wischen“). Nach dem Swipe über die gewünschte Verbindung öffnen sich gleich die Billetoptionen. Dort kann optional das persönliche Passwort gespeichert werden, damit die Benutzerdaten (Personalien, Halbtax, Klasse) nicht jedes Mal neu eingetippt werden müssen. Billette bis zu einer auf 40 Franken festgelegten Limite können so ohne Eingabe eines Passworts rasch gekauft werden. Für teurere Produkte ist aus Sicherheitsgründen immer das Passwort einzugeben. Sparbillette werden als Ecke schon bei der Verbindungsauflistung angezeigt, stehen aber bei den Billettoptionen noch nicht automatisch an oberster Stelle. Daran soll noch gearbeitet werden, denn als Konsument wünschte man sich natürlich die günstigsten Angebote zuoberst in der Reihenfolge.

 

Touch Fahrplan wird begeistern

Von den Software-Entwicklern Ubique wurde die prämierte Viadi-App eingekauft (für einen tiefen fünfstelligen Betrag, wie es hiess). Damit können beliebte Verbindungsorte als Kacheln gespeichert und Fahrplanabfragen ganz ohne Texteingabe abgerufen werden. Damit kann erstmals ein Billett ganz ohne Handytastatur gelöst werden.Die Bedienung ist sehr intuitiv und spart sehr viel Zeit. Auch Vias können über den „Touch Fahrplan“ eingegeben werden: Dazu startet man mit dem Finger am Abfahrtsort, geht zum Via, auf welchem man bis zur Vibration bleibt, und geht dann zum Zielort. Eine Sekunde später listet die App alle Verbindungen auf. Neu gibt es nicht mehr die Buttons „Frühere Verbindungen“ und „Spätere Verbindungen“, sondern man scrollt einfach nach oben oder unten. Die Gestaltung des Fahrplans wird ganz sicher gefallen.

 

Ausblick: Kauf auf Rechnung, Integrierung Swiss Pass, Navigationssystem

Solange die neue App weiterentwickelt wird, kann die bestehende App von SBB Mobile wie bisher genutzt werden. Die heute lancierte Preview-Version wird schrittweise grösseren Nutzerkreisen zugänglich gemacht. Im ersten Quartal 2016 folgt die erste Version auch für iPhones, zudem ist die App dann auch in französischer Sprache verfügbar. Im vierten Quartal 2016 kommen dann auch die italienisch- und englischsprachigen Nutzer sowie die Nutzer von Windows 10 Mobile hinzu.

 

Vor allem stecken sich die Entwickler aber auch inhaltlich hohe Ziele. Als Ziel wurde definiert, dass die App vom grössten Bahnhof zum „persönlichen, digitalen Reisebegleiter“ werden soll. Neben mehr Personalisierbarkeit soll das die „Preview Community““ bewerkstelligen. Als eine Art soziale Plattform bietet sie Platz für Erfahrungsaustausche und (Reise-)Tipps. Die Entwickler kündigten bei einem Treffen zudem wichtige weitere Features an: Ab nächstem Jahr soll der SwissPass schrittweise in die App integriert werden. Die Mutation von E-Tickets dürfte hingegen erst ab 2017 technisch umsetzbar sein. Geplant, aber noch nicht realisiert, ist zudem die Bezahloption „Kauf auf Rechnung“.

 

Die neue SBB Mobile App stellt den Schutz der persönlichen Daten sicher. Ohne ausdrückliche Aktivierung durch den Nutzer registriert und übermittelt die neue App keinerlei Standortdaten und greift auch nicht auf Adressbuch, Kalender oder Fotos zu.

 

FAZIT: Gutes wurde weiter verbessert.

 

Du hast Android und willst die neue App ebenfalls testen, dann geh auf  www.sbb.ch/preview (geht am 24. November 2015 um 12.15 Uhr live). Dort wird erklärt, wie sich die User für die Community registrieren und dann die App herunterladen können. Teil uns deine Meinung mit – schreibe in die Kommentarzeile, was dir an der „vNext“ (nicht) gefällt.

Helden

Website: http://konsumhelden.ch

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