Mein SBB-Tag

posted September 5th, 2014 · by Andrea Jerger · in Reisen & Mobilität

Zu Beginn dieses ‚Sommers’ hat die Gratiszeitung „20 Minuten“ einen Pendler-Wettbewerb veranstaltet. „Pendler“ nicht nur wegen der Spezies, von der die Zeitung meist gelesen wird, sondern auch wegen dem Preis: Den insgesamt 100 glücklichen Gewinnern würde eine Führerstandsfahrt bei der SBB winken.

Keine Frage, dass ich sofort teilnahm! Auf der Bahnstrecke Zürich-Bern hatte ich bereits fünf Jahre Pendler-Erfahrung, aber zuallervorderst der Zugkomposition durfte ich noch nie mitfahren. Dort nur einmal die Geschwindigkeit von 200 km/h sehen zu können, war das ersehnte Ziel.

Einige Tage später, am 8. August, fand ich eine Mail der SBB im Posteingang vor. Darin die Mitteilung, dass ich zu den Wettbewerbsgewinnern gehören würde. Welch eine Freude! Für mich würde ein lange gehegter Traum wahr.

Der Tag der Tage war schliesslich der 29. August 2014: Morgens ging es an den Zürcher Hauptbahnhof. Dort wurde mir eine Begleitung zur Seite gestellt: Ein netter Walliser Lokführer führte mich zum Zug, so wollten es die Vorschriften der SBB.

Normalerweise, das heisst als Pendlerin, wäre ich einfach in den stehenden Zug eingestiegen und pünktlich wäre es dann losgegangen. Bis ein Lokführer seinen Zug aus dem Bahnhof fahren kann, vergeht zuvor einige Zeit. Er muss die Lok mit den Waggons verbinden oder einloggen, dann folgt eine ganze Reihe von Kontrollen, die er durchführen muss. Die SBB verfolgen dabei das Leitbild: Sicherheit vor Pünktlichkeit.

Bei uns ging es aber pünktlich los. Was für ein spezielles Gefühl aus dem Bahnhof hinauszufahren über die vielen Weichen, vorbei an etlichen Signalen. Alles lief reibungslos und da es zu keinen speziellen Vorkommnissen kam, sollte sich mein Traum erfüllen: Neubaustrecke und 200 Stundenkilometer!

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Dies zu erleben und mit eigenen Augen sehen zu können, war höchst beeindruckend. Der Respekt für die SBB ist umso mehr gestiegen.

Pünktlich fuhr unser Zug schliesslich in Bern ein. Dank der Erklärungen im Führerstand konnte ich viel Neues lernen über die SBB. Aber das Beste: Mein SBB-Tag war nicht zu Ende im Bahnhof Bern. Ich hatte auch das Vergnügen einer persönlichen Führung im neuen – eben erst eingeweihten – Hauptsitz der SBB.

Erika Berger, die Assistentin von SBB-CEO Andreas Meyer, führte mich an ihren Arbeitsplatz und zu weiteren wichtigen Räumen im grossen Neubau. So auch auf die ‚Brücke’, wo alle Konzernleitungs- und Verwaltungsratssitzungen abgehalten werden.

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Aus den Medien konnte ich bereits vernehmen, dass CEO Andreas Meyer immer dann im Haus sei, wenn die Stifte auf seinem Tisch lägen. Doch nun gibt es eine andere Warnung vom Chef:

EnteAndreasMeyerSBB(Die Ente ist ein Geschenk von Andreas Meyers Tochter.)

Da die Ente auf dem Tisch lag, musste Andreas Meyer ja anwesend sein. In der Tat konnte ich auch ihn treffen und er erzählte mir schliesslich wie das ganze Konzept entstanden ist. Das Vorbild sei das Unilever-Haus in der Hamburger HafenCity gewesen. Dieses habe sich die ganze Konzernleitung angeschaut und aufgrund dessen Entscheidung für den Bau des neuen SBB-Hauptsitzes gefällt.

Der Umzug wurde wurde von der SBB drei Jahre lang zusammen mit seinen Mitarbeiter/innen vorbereitet. Sie werden es sicher schätzen. Ich war schlicht hin und weg: das Gebäude ist einfach superschön. Man spürte, dass die SBB sich Mühe gibt, damit es seine Mitarbeiter/innen angenehm haben.

Es sollte nach der Führung und dem Gespräch im neuen Hauptsitz sogar noch einen dritten Teil geben. Die Zugfahrt zurück nach Zürich macht ich in Begleitung von Jeannine Pilloud, der Chefin Personenverkehr bei der SBB. Im neuen Starbucks-Wagen erklärte mir Jeannine Pilloud von den Schwierigkeit ein solches System auf die Schienen zu bringen. Als Beispiel nannte sie die Kaffeemaschinen: Es kann sein, dass der Strom unterwegs nicht gleichmässig ist. Deshalb mussten die Maschinen angepasst werden. Der Druck wird gespeichert, damit zwischen Genf und St. Gallen alle den gleich guten Kaffee beziehen können. Das Pilotprojekt wird noch bis Ende Jahr getestet, dann wird über die Weiterführung entschieden. Mich würde es freuen, das Starbucks Coffee House weiter besuchen zu können. Die Stimmung ist anders als im normalen Speisewagen.

Pünktlich fuhren wir wieder in Zürich ein und mein grosser SBB-Tag ging mit vielen tollen Eindrücken zu Ende.

Danke! Danke vielmal!

(Beitrag entstanden in Zusammenarbeit mit dem Admin)

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Andrea Jerger

Website: http://konsumhelden.ch

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