Innovate or Die

posted Februar 2nd, 2017 · by Helden · in Allgemein, Aus- und Weiterbildung


 
In Zusammenarbeit mit MyTree.TV waren wir zu Gast am World Web Forum in Zürich.
World Web Forum???
 
Wenn du dieses nicht kennst, lebst du hinter dem Mond. Nicht etwa, weil es sich um ein weltbewegendes Forum handelt, sondern weil es sich ausschliesslich um eine Thematik dreht, die uns alle bereits betrifft und immer stärker betreffen wird. Die Digitalisierung. Während zweier Tage gastiert das Silicon Valley in Zürich, so der Aufmacher des Forums. Und tatsächlich: Techgrössen wie Steve Wozniack, der Mitgründer von Apple, oder deren ehemaliger CEO John Sculley haben die Veranstaltung bereits beehrt. Doch sind wir ehrlich: der Nutzen solcher Anlässe ist umstritten. Während die einen davon überzeugt sind, dass solche Firlefanzerei der Welt überhaupt nichts bringt, schwören andere auf den fortschrittlichen Geist, die positive Energie und die Tragweite solcher Anlässe. Die Organisatoren wollen mit dem Symposium dazu beitragen, dass Schweizer „Business Leader“ erkennen können, was es braucht, um bei der digitalen Transformation ganz vorne mitmischen zu können. Sie wollen „Leadership“ und Technologie verbinden.
Kritiker mögen sagen, dass es sich um eine reine Marketingveranstaltung handelt, habe doch die digitale Transformation bereits vor 40 Jahren begonnen. Dieses Argument ist sicher nicht falsch. Zudem muss, wer den eigens aus der Umgebung von San Francisco angereisten Techexperten lauschen will, eine beträchtliche Summe hinblättern. Mit dem aktuellen Hype um die Digitalisierung lässt sich also sicher Geld verdienen. Fakt ist aber, dass immer mehr Prozesse digital abgewickelt werden.
 
Was heisst aber Digitalisierung überhaupt? Digitalisierung bedeutet, dass analoge Grössen in diskrete, also abgestufte, Werte überführt werden, damit sie elektronisch gespeichert und verarbeitet werden können. Genau dies geschieht momentan in immer mehr Bereichen, hat aber schon vor längerer Zeit begonnen und wird naher Zukunft noch viel grössere Ausmasse annehmen. Die angegebene Definition der Digitalisierung ist aber sicher nicht vollständig. Digitalisierung lässt sich nicht so einfach erklären. Digitalisierung ist ein Begriff, den die allerwenigsten so genau fassen und erklären können. Er ist extrem breit gefasst und erlaubt es daher auch, dass man ihn überaus inflationär verwendet. Überall hört man dieser Tage: „Wir müssen uns auf die Digitalisierung vorbereiten.“ , „Wir wollen zu einem „Digital Leader“ werden“ oder „Wir müssen unsere Prozesse digitalisieren“. Diese und andere Floskeln sind etwa so aussagekräftig und nützlich wie Floppy Disks bei der Präsentation des neuesten Samsung Galaxy XY. Trotzdem haben sie irgendeinen Ursprung, aus irgendwelchen Gründen fühlen sich Firmenchefs der Digitalisierung verpflichtet – zu Recht. Doch nicht nur Firmenbosse sollen sich mit Machine Learning, Digital Collaboration, Fintech und dergleichen befassen. Sie wird unser Leben schon in sehr naher Zukunft mehr bestimmen, als wir uns vorstellen können oder wollen. Selbstfahrende Autos sollen im Jahr 2018 verkehrstauglich sein. IBM hat mit „Watson“ bereits einen Algorithmus entwickelt, der Ärzte dabei unterstützt, Diagnosen zu stellen. Digitale Währungen, wie etwa eigens für Flüchtlinge geschaffene Zahlungsmittel oder Bitcoin, werden sich vermutlich schon bald definitiv durchsetzen. Nur schon diese drei Beispiele zeigen, wie vielseitig zukünftige elektronische Entwicklungen sind und was sich alles unter dem Begriff Digitalisierung subsummieren lässt. Wir wagen zu behaupten, dass jeder Lebensbereich in naher Zukunft davon betroffen sein wird, wenn er es nicht bereits ist. Logisch also ist diese „Digitalisierung“ irgendwo in jedem Wortschatz vorhanden, und niemand weiss so genau, was man eigentlich darunter versteht.
 
Die Macher des World Web Forums versuchen, ihn mit ihrer Veranstaltung den aktuellen Entscheidungsträgern aus der Wirtschaft ein Stück näher zu bringen. Sie wollen ihnen aufzeigen, was aktuelle Entwicklungen sind, wohin die Reise gehen könnte und welche Denkweise sie und ihre Mitarbeiter entwickeln könnten respektive sollten, um am Ball zu bleiben. Am Ende einer Vortragsreihe zum Thema Machinelearning stellte ein Zuhöher der Expertenrunde die Frage, welche Systeme denn nun im Bereich Maschinenlernen für eine Unternehmung besonders empfehlenswert seien. Die wunderbare Antwort darauf zeigt genau die Problematik des Begriff-Verständnisses auf. Man solle sich erst einmal damit befassen, welches Problem man hat und sich dann fragen, ob es durch einen intelligenten Algorithmus zu lösen sei. Es gibt nicht DIE Digitalisierung. Es gibt auch keine Patentlösung, wie wir uns auf die Zukunft im digitalen Bereich vorbereiten. Wichtig ist aber, dass wir versuchen, uns zu überlegen, welche Herausforderungen wir zu meistern haben und ob uns die Algorithmen dabei helfen könnten. Wenn das Forum es also schafft, diesen Denkprozess bei seinen Teilnehmern anzustossen, bestehen keine Zweifel, dass solche Veranstaltungen wichtig und nützlich sind. Und wenn du das World Web Forum bisher noch nicht gekannt hast, ist es an der Zeit, sich mit ihm und anderen ähnlichen Gipfeltreffen der Technikexperten auseinander zu setzen und deine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Innovate or die!
 

Wer es verpasst hat kann sich teile davon aufSRF anschauen.
 
Im Rahmen des World Web Forums wurde zudem das Digitale Manifest für die Schweiz veröffentlicht.

 

Zudem hat der Bundesrat vor kurzer Zeit beschlossen, neue Informationstechnologien zu fördern oder sie zumindest nicht zu hindern.
 
Der nächste Anlass findet am 18. und 19. Januar 2018 in Zürich statt
WorldWebForum
 

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Website: http://konsumhelden.ch

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