Fleischersatz – Lug und Trug?

posted September 6th, 2014 · by Helden · in Essen & Trinken

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Ich habe mir mal die Frage gestellt, was ist umweltfreundlicher: Regionales Fleisch oder Fleischersatz? Und die Antwort ist weder so eindeutig, noch besonders erfreulich.

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Traditionell gehören zu einer vollständigen Schweizer Mahlzeit Gemüse, Fleisch und eine Beilage. In den letzten paar Jahren hat jedoch ein Umdenken stattgefunden und das Fleisch wird immer mehr ersetzt durch vegetarische Produkte, sei es Halloumikäse, Tofuplätzchen oder auf Weizen, Soja und Gemüse basierender Fleischersatz.

Ich habe mich in den letzten Jahren immer mehr dabei beobachtet, dass ich statt Fleisch diese vegetarische Produkte gekauft habe und letztens fragte ich mich selber: “Wieso?”. Nach dem stets wachsenden Angebot in den Supermärkten, konsumieren viele von euch auch diese vegetarischen Angebote.

 

An dem Preis kann es nicht wirklich liegen, da dieser sich nicht deutlich von den Preisen von Fleisch unterscheidet. Andererseits fühlt sich der Verzicht auf Fleisch gut an, da dafür kein Tier leiden musste. Mit dieser Erklärung könnte man sich eigentlich schon befriedigt zurücklehnen, weiterhin den Fleischkonsum verringern und sich in Selbstgefälligkeit suhlen.

 

Ihr ahnt es schon ,dass wir Konsumhelden uns nicht so schnell mit einer Erklärung befriedigen lassen. Ich grübelte weiter darüber nach und bin zum Schluss gekommen, dass diese vegetarischen Produkte noch weitere Voraussetzungen erfüllen müssen. Ich fragte mich, sind diese Produkte umweltfreundlicher, als regionales Fleisch?

 

Normalerweise lässt sich diese Frage leicht beantworten. Vegetarisches Essen ist um ein vielfaches umweltfreundlicher und ökologischer. Die Gründe sind mannigfaltig, angefangen mit dem stark erhöhten Wasser- und Platzbedarf für Tierzucht, das Verfüttern von Getreide (welches auch für Menschen geeignet wäre), die Verwendung von Antibiotika, Viehtransport, die bedingte Aufrechterhaltung der Kühlkette, etc.. Ich könnte die Liste noch endlos weiterführen.

Die Gretchenfrage ist nun, trifft dies auch noch auf den vegetarischen Fleischersatz zu, welcher bis zur Unendlichkeit raffiniert, gewürzt und verändert wurde, damit dieser sowohl geschmacklich als auch der Konsistenz nach Fleisch ähnelt oder sind sie sogar noch weniger umweltfreundlich als Fleisch?

 

Nach einer langen, langen Internet-Recherche kann ich diese Frage leider immer noch nicht zu meiner und vielleicht auf zu eurer vollsten Befriedigung beantworten. Momentan gibt es erschreckend wenig wissenschaftliche Publikationen, welche sich damit beschäftigen. Schlussendlich bin ich über einen Artikel der De Montfort University’s Institute of Energy and Sustainable Development gestossen. Die Forscher haben sich mit der Frage beschäftig, ob der CO2-Fussabdruck von Quorn-Hackfleisch geringer ist, als der von “echtem” Hackfleisch. Und sie sind zu dem Schluss gekommen, dass Quorn einen um etwa 3-fachen niedrigeren CO2-Ausstoss hat als Fleisch.

 

Dies ist nun nicht die Antwort, welche ich erhofft hatte. Bedenkt man, dass viele dieser Vegie-Produkte nicht in der Schweiz produzierten werden, sondern in England (Délicorn) oder in anderen Ländern und somit erst Hierher transportiert werden müssen, fällt wohl das Wettrennen zwischen regionalem Fleisch und den Fleischalternativen unentschieden aus.

 

Ich werde noch weitere Nachforschungen anstellen und noch einige Erkundigungen einhohlen und kann euch (hoffentlich) in baldiger Bälde eine richtige Antwort auf die Frage geben:” Was ist umweltfreundlicher, Fleisch oder Fleisch-Alternativen”.

 

Bis dahin geniesst euere Mahlzeiten und seit euch bewusst, was ihr da auf dem Teller habt.

 

Bis gli Silvan

 

Helden

Website: http://konsumhelden.ch

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