Einseitiger Blick

posted Mai 22nd, 2015 · by Elias · in Politik

Die Jugend von heute. Gewaltspiele und Pornos statt Ausgang

So titelte der „Blick“ eine Zusammenfassung der Medienmitteilung des Bundesamtes für Sozialversicherungen. Wieder mal typisch „Blick“: Anstatt differenziert über uns Junge zu schreiben, reisst er die schlechten Studienergebnisse völlig aus dem Kontext heraus und stellt uns pauschal schlecht dar. Doch bei genauerem Lesen der Medienmitteilung fällt auf, dass die Studie gar nicht so viel Negatives herausgefunden hat.

 

In den letzten Jahren waren die Zahlen für jugendliche Gewaltakte stark gesunken. Dennoch erfahren viele Jugendliche laut dem BSV körperliche Gewalt am eigenen Leibe: „Fast jeder dritte Jugendliche ist im Verlauf von anderthalb Jahren Opfer von Gewalt geworden, jeder fünfte gibt an, innerhalb eines Jahres selbst eine Tat begangen zu haben.“
Die Aggressionen werden vermehrt im Internet ausgelassen, in Form von Cybermobbing und Hassreden. Auch die Gewalt bei jungen Paaren sei gestiegen.

 

Doch die Gewaltprävention erzielte dank Pilotprojekten, kantonal übergreifenden Projekten und erhöhter Präsenz an Brennpunkten wesentliche Fortschritte. Die Kooperation zwischen Eltern, Kinderschutzbehörden, Schule, Jugendarbeit und Polizei sei dabei sehr wichtig.

 

Abschliessend kann ich sagen, dass der „Blick“ einen ziemlich überspitzten, einseitigen Bericht veröffentlichte. Die Jugendarbeit konnte durch Gewaltprävention Fortschritte erzielen und muss nun in Sachen Cybermobbing auf Kurs kommen.

 

P.S.: Ins gleiche Horn musste bereits Padrigo für seinen Blogpost über die Resultate einer Studie zur Jugendverschuldung blasen. Auslöser damals? Na, wer wohl… der „Blick“. 😉

Headerbild von Incase (Link: https://www.flickr.com/photos/goincase/) CC by 2.0

Elias

Website: http://konsumhelden.ch

3 Comments

  1. Paul sagt:

    Haha genialer Titel! Das ist wirklich typisch Blick. An sich ist dass nicht so schlimm, schlimmer finde ich, dass Leute ihn lesen und ernst nehmen!

  2. Patrick sagt:

    Wirklich ein genial gewählter Titel. Bravo!
    Traurig ist ja auch, dass so berichtet wird, als ob die Leser lieber das Schlechte als das Gute hören möchten. Ganz nach dem Medienmotto „bad news are good news“.
    Böse Zungen sehen die meisten Medien eh nur noch als Werbeträger, welche bloss Reichweiten erzielen wollen: http://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/Wetten-dass-Tamedia-und-Goldbach-zusammengehen/&g=ad

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