Die Lüge im Essen

posted April 1st, 2016 · by Elias · in Essen & Trinken

https://www.youtube.com/watch?v=ysiTAQ-bNyo

 

Pralle, rote Erdbeeren auf dem Joghurt, ein „hausgemachter„ Eintopf, goldene Frühstücksflocken mit viel Vitaminen und Ballaststoffen! Die Welt der Supermärkte lockt uns immer wieder mit wundervollen und häufig so bezeichneten gesunden Angeboten. Doch diesen Versprechungen glauben wir nur, weil es bequem ist. Erst der Blick auf die kleingedruckten Zutaten offenbart, was uns tatsächlich aufgetischt wird.

Das Joghurt enthält gerade mal eine halbe Erdbeere, der „hausgemachte„Eintopf ist voller chemischer Zusatz- und Aromastoffe und die vermeintlich gesunden Frühstücksflocken sind „getränkt„ in Zucker. Eine Halbliter Ketchupflasche kann zum Beispiel bis zu 48 Zuckerwürfel beinhalten. Doch um die Zutaten zu lesen braucht man fast eine Lupe. Dies alles um den Käufer zu täuschen und mehr Profit aus dem Produkt zu holen.

 

Tricks der Hersteller:

Immer mehr Lebensmittel sind heute bearbeitet mit Aroma- und Zusatzstoffen. Als Faustregel gilt: Je stärker ein Produkt verarbeitet ist, desto mehr synthetische Chemie steckt drin. Fertiggerichte sind besonders betroffen, doch auch Säfte, Süssigkeiten und sogar Brot, Wurst und Milchprodukte werden mit Zusatzstoffen vollgepumpt. Konservierungsstoffe sorgen für längere Haltbarkeit, Antioxidantien (chemische Verbindung zur Verhinderung von Oxidation) und Farbstoffe für gute Optik, dazu Verdickungs- und Stabilisatorenmittel, um dem Käufer eine angenehme Konsistenz vorzusetzen. 322 Lebensmittelzusatzstoffe und 2500 Aromastoffe sind in der EU zugelassen (Stand 2013). Dies alles, um dem Käufer etwas vorzugaukeln und Profite daraus zu schlagen. So lässt sich zum Beispiel mit Bindemittel der Wasseranteil von Milchprodukten erhöhen. Die Aromastoffe sind dazu da, die Früchte, die teurer wären, zu ersetzen, wie bei der Instant-Hühnersuppe, die anstatt Hühnerfleisch nur Hühnerfett und eine Menge Geschmacksverstärkern enthält. Diese Geschmacksverstärker können auf lange Zeit die Geschmacksnerven abstumpfen, was zur Folge hat, dass natürliche Lebensmittel als fad empfunden werden.

 

Nebenwirkungen:

Im Durchschnitt nimmt jeder Europäer drei bis sieben Kilo Zusatzstoffe pro Jahr zu sich (Stand 2013). Dies kann schädliche Folgen haben. Die in vielen Wurstwaren eingesetzten Nitrite und Nitrate (Salze aus Salpetersäure) erhöhen das Diabetes-Risiko; Zitronensäure (wasserlösliche Fruchtsäure) in Getränken und Süssigkeiten greifen den Zahnschmelz an; Phosphatzusätze (Salz aus Orthophosphorsäure) fördern Arteriosklerose (Erkrankung der Schlagadern), der Geschmacksverstärker Glutamat (Salz der Glutaminsäure) kann Parkinson und Alzheimer begünstigen. Schlimm wird es, wenn verschiedene Stoffe kombiniert werden, so zum Beispiel Glutamat mit dem Süssstoff Aspartam. Dieser vervielfacht das Risiko für eine Krankheit um das Mehrfache. Doch all diese Stoffe sind auf den ersten Blick nicht zu sehen. Dies ist eine gezielte Verschleierungstaktik der Lebensmittellobby!

 

Momentan ist der Zusatz EHEC schwer in Verruf geraten. Enterohämorrhagische Escherichia coli kurz EHEC, ist ein Mikroorganismus der bei Menschen Durchfallerkrankungen auslösen kann. Alleine in Deutschland sind in diesem Jahr (2014) 53 Menschen diesem Stoff erlegen. Weitere 87% der EHEC-Fälle sind nicht aufgeklärt..

 

Getrickst wird auch viel mit Zucker. Die vermeintlich gesunde Diätcola ohne Zucker gibt es nicht. Kristallzucker enthält es nicht, dafür Fructose, Glucose etc. dies klingt nicht nach Zucker, ist es aber. Bei der normalen Cola wird nicht geschummelt, aber man denkt nicht, dass Cola so viel Zucker enthält, dass es, ohne die Phosphotsäure die den Zucker neutralisiert bzw. den Zuckergeschmack überdeckt, gar nicht geniessbar wäre.

 

Gemäss einer britischen Studie verändert sich sogar das Verhalten durch ungesunden Zusätze bzw. beeinflusst gutes Essen das Verhalten positiv, das Bespiel:

Eine Gruppe krimineller Jugendlicher wurde über neun Monate gesunde und ausgewogene Nährung vorgesetzt, nach mehreren Wochen verhielt sich die Gruppe freundlicher und war nicht mehr geneigt Verbrechen zu begehen. Ein drastisches Bild zeichnet der Foodkritiker Dr.Hans-Ulrich Grimm:

„Die Welt der 5-Minuten-Terrinen und der pulvrigen Kartoffelpürees, der Soft Drinks und künstlichen Süßstoffe, der ganze Kosmos aus Cola, Knorr und Dany plus Sahne, aus Vivil Drops und Smarties,aus Maggi Brühwürfel und Noggers Eisstängel, all das wird im Lichte jüngster neurowissenschaftlicher Publikationen zur Drohkulisse für das menschliche Denkorgan.“

 

Das Etikett „ohne künstliche Aromen“ bedeutet nicht, dass auf Geschmacksstoffe verzichtet wird, sondern dass sie aus natürlichen Stoffen hergeleitet sind. Himbeeraroma kann man zum Beispiel aus Zedernholz gewinnen.

Gemäss „Lebensmittelgesetzbuch“ der EU heisst es: „ Es ist verboten, Lebensmittel unter irreführenden Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung gewerbsmässig in den Verkehr zu bringen“, doch die Lebensmittelindustrie kann diese Gesetze immer wieder umgehen oder anders interpretieren. Dubios wird es bei gesundheitsfördernden Versprechungen wie, „schützt dich vor Erkältungen“. Immerhin schritt hier die Europäische Behörde ein und verlangte vor Veröffentlichung solcher Slogans eine Prüfung durch eine Behörde.

 

Der bewussten Verschleierung von ungesunden Zusatzstoffen etc, sollte ein Riegel vorgeschoben werden. Ich möchte wissen was ich esse und was ich in der Hand halte und ob mir etwas schadet. Bei meinen Recherchen stiess ich auf die Firma Foodwatch, eine kritische Organisation, die versucht Licht in die geheimen Machenschaften der Nahrungsproduzenten zu bringen, sie ist sehr empfehlenswert!

Elias

Website: http://konsumhelden.ch

2 Comments

  1. Sisko sagt:

    Guter Text! Die Lobby hat einfach zu viel Macht, dass sieht man in allen Bereichen, Datenschutz–>Google/Facebooklobby, Kasachstanaffäre etc.

    Ich wünsche mir einen transparenteren Lobbyismus! Keine Heimlichtuerei!

  2. Padrigo sagt:

    Ciao Elias,
    Ein starkes Plädoyer für wirklich gesundes Essen. Dazu kann ich übrigens das Buch von Michael Pollan „ESSEN SIE NICHTS, WAS IHRE GROSSMUTTER NICHT ALS ESSEN ERKANNT HÄTTE“ empfehlen.
    Mehr Infos dazu hier: http://www.kunstmann.de/titel-0-0/essen_sie_nichts_was_ihre_grossmutter_nicht_als_essen_erkannt_haette-900/
    Liebe Grüsse.
    Padrigo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.