Die 5 besten Tipps fürs Einkaufen

posted August 13th, 2016 · by Padrigo · in Finanzen & Recht
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„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten“, soll der schwerreiche John D. Rockefeller gesagt haben. Der Erfolg gibt ihm wohl recht… Wenn bei dir am Ende des Lohns auch noch zu viel Monat übrig bleibt, dann solltest du dir 10 Minuten nehmen, um die 5 besten Tipps fürs Einkaufen der Konsumhelden durchzulesen – und beim nächsten Einkauf zu beherzigen.

 

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass wir Konsumenten möglichst oft und überall zum Konsumieren verführt werden sollen. Wir machen es eigentlich auch ganz gerne. Glückshormone werden freigesetzt – und manchmal benötigen wir die Konsumgüter sogar wirklich. Der Haken an der Geschichte ist bloss der, dass die meisten nicht ganz so sorglos Geld ausgeben können, wie das ein John D. Rockefeller (übrigens der allererste Dollarmilliardär) tun konnte. Wir haben unsere Erfahrungswerte und nützliches aus dem Web zusammengetragen, aufbereitet und präsentieren unsere fünf besten Tipps für ein Einkaufen ohne Reue.

 

1. Nur Bares ist Wahres

Wer schon einmal im Casino war, dem ist bekannt, dass dort in aller Regel mit Chips oder Jetons gespielt wird. Man geht Geld eintauschen und erhält für deren Gegenwert irgendwelchen billigen Dinger. Dass damit die Sicherheit vor Diebstahl erhöht werden soll ist nur der vorgeschobene Grund. Die Wahrheit ist eher, dass den Spielern dadurch das unmittelbare Gefühl für die Höhe der gesetzten Beträge verloren geht. Geld ist schon so ein abstraktes Konzept – Statthalter von Geld sind es erst recht…

Auch bargeldloses Bezahlen soll sicherer sein und wird vor allem als bequem angepriesen. In der Tat ist es das meistens auch – aber weil nichts umsonst ist, trägt auch diese Bequemlichkeit Konsequenzen, nämlich die, dass wir uns im Moment des Bezahlens nicht gleich stark bewusst sind, wie viel wir gerade wieder ausgegeben haben, wie wenn wir Noten und Münzen hätten rausnehmen und nachzählen müssen. Ganz zu schweigen davon, dass man bei der Barzahlung sehr gut sieht, wie das eigene Vermögen kleiner wird, während das bei der Kartenzahlung erst Ende Monat im Kontoabschluss bewusst gemacht wird.

Dazu kommt – ganz klar – auch der Datenschutzgedanke: Elektronische Zahlungen lassen sich kinderleicht überwachen und auswerten. Die PostFinance hatte vor gut zwei Jahren einen Shitstorm eingefangen, weil sie ganz unverfroren zugaben, dass Kundendaten zu Werbezwecken ausgewertet werden würden. Einigen dürfte sicher auch schon aufgefallen sein, dass im Facebook News Feed wundersamerweise Werbung von genau der Marke angezeigt wurde, von der man erst in den letzten Tagen – mit der Karte – bereits etwas gekauft hat. Wirklich sicher sind Bitcoin und Blockchain-Technologie schon gar nicht – Meldungen zu spektakulären Diebstahlen sind häufig. Und dass Transparenz eigentlich genau das Gegenteil von Vertrauen schafft, erklärt seit Jahren der Philosoph Byung-Chul Han. Kurzum: Bargeld abzuschaffen, wäre einfach eine saudumme Idee.

>Hier ein lesenswerter Artikel aus dem „Handelsblatt“: „Bargeld ist Datenschutz“

 

2. Effizient einkaufen durch Listen

Der moderne Mensch ist sich ja so einiges an Stimuli gewohnt. Ein Besuch im Supermarkt bleibt aber nach wie vor eine eigentliche Reizüberflutung. Händler wissen, auf welche Reize Menschen reagieren und machen sich die Psychologie zunutze, um Konsumenten zum Kauf zu bewegen (>Dieser „Zeit“-Artikel verrät die Tricks). Nun kann man sich dessen achten und die Anreize bewusst umgehen – oder man hilft sich mit einem allseits bewährten Mittel: Listen!

Es braucht kaum eine grosse Erklärung, denn jeder wird die Erfahrung gemacht haben: Listen erlauben es uns, sehr effizient – also zeit- und geldsparend – vorzugehen. Listen sind eigentlich das Ergebnis aus dem eingangs erwähnten Zitat Rockefellers: Man hat sich vorgängig Gedanken gemacht, diese notiert und schweift deswegen nicht (ganz so stark) ab. Für vergessliche Menschen wie mich hat das zudem den Vorteil, dass man nicht zu Hause feststellen muss, dass man eigentlich noch XY hätte kaufen wollen…

 

3. Keine Grosseinkäufe

Zugegeben: Ein randvoller Einkaufswagen setzt tatsächlich mehr Glücksgefühle frei als ein leerer Wagen (man kann sich natürlich auch auf einen Korb oder seine Hände verlassen, denn es ist erwiesen, dass mehr gekauft wird, wenn man einen grösseren Wagen hat…). Und wahrscheinlich ist man es von Grosseltern oder auch noch Eltern gewohnt, dass man – je nach Familiengrösse – einmal alle Wochen oder 14 Tage ins Einkaufszentrum fuhr und sich dort wieder eindeckte mit allem, was für die nächsten paar Tage nötig sein könnte. Diese Methode hat einen grossen Haken: Hat man nicht einen Garten oder einen mit Einweck-Gläsern gefüllten Keller, fehlen der Speisekarte rasch die frischen Lebensmittel. Ehedem Frisches ist nach einer halben Woche möglicherweise bereits etwas faulig und landet im Kübel. Foodwaste 1, du 0.

Angesichts des sehr dichten Filialnetzes ist es heutzutage nicht nur bequemer, sondern schlicht auch klüger, wenn man sich laufend nur jeweils wieder mit dem eindeckt, was ausgegangen ist. Regelmässige kleine Einkäufe erlauben eine frischere und abwechslungsreichere Küche und lassen Platz für spontane Ideen. Auch hier gilt: Effizient und mit allem Nötigen versorgt dank Punkt 2 „Effizient einkaufen durch Listen“.

In grösseren Mengen bunkern muss man laut Armeechef Blattmann bloss: 9 Liter Wasser pro Person, Reis oder Teigwaren für eine Woche, Öl oder Fett, Konservendosen für eine Woche, Fertigtomatensauce, Fleisch- und Fischkonserven, Fertigsuppen, Zucker, Konfitüre, Honig, Bouillon, Salz, Pfeffer, Kaffee, Kakao, Tee, Dörr- und Hülsenfrüchte. Zwieback und Knäckebrot, Schokolade (ja, richtig gelesen!), Kondensmilch, UHT-Milch, Hartkäse, Dauerwürste, Spezialnahrung (für Säuglinge oder bei Allergien), dazu Radio, Taschenlampe, Kerzen, Streichhölzer und Feuerzeug, Seife, WC-Papier.

> Hier gibt es das PDF mit der Notvorratsempfehlung des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung BWL

 

4. Nimm dir Zeit (und nicht das Leben)

„Zeit hat man nicht – man muss sie sich nehmen“, pflege ich meistens zu sagen. Wenn etwas Freude bereiten soll, dann sollte man es bewusst tun. Das gilt auch für das Einkaufen. Zeit ist der wichtigste Faktor für Genuss, hat auch eine repräsentative Umfrage des Konsumentenforums kf ergeben.

Beim Einkaufen ist Zeit deshalb wichtig, weil Konsumenten sehr viele Entscheidungen treffen müssen. Vor allem Vergleichen braucht Zeit. Auch Details wie die Kontrolle von Verfallsdatum oder Nährwerten und Inhaltsstoffen brauchen Zeit. Nicht, dass wir Orthorexie toll fänden, aber es kann nicht schaden, dann und wann Informationen zu sammeln, was wir eigentlich kaufen. Das braucht einfach Zeit. Fürs Einkaufen rechnet man sich deshalb am besten etwas Puffer ein – es dauert sowieso immer länger als man meinte, trotz Listen, denn ganz bestimmt trifft man jemanden und quatscht kurz, findet einen Artikel nicht, weil er umgestellt wurde – oder erwischt natürlich genau die Schlange, an der man am längsten wartet… (>Hier übrigens noch ein älterer Artikel von uns über Self-Scanning und -Checkout)

 

5. Sei wie der Bauer

„Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht“, sagt der Volksmund. Unbekanntes kommt den Vertretern des primären Sektors selten auf den Tisch. Lieber bekommt der Bauer von seiner Frau immer wieder die gleichen bewährten Mahlzeiten vorgesetzt.
Es wäre schade, wenn man auf Reisen – oder auch nur im Restaurant – nicht dann und wann eine noch unbekannte, vielleicht exotische Speise ausprobieren würde. Aber aufs Einkaufsverhalten übertragen hat die Redewendung durchaus ihre Berechtigung. Händler spielen mit der Neugier der Menschen und versuchen durch Promotionen oder besonders ausgefallene Produktbezeichnungen und –verpackungen die Käufer dazu zu bringen, etwas Neues zu probieren. Hand aufs Herz: Bislang hat kaum je ein Produkt aus dem Supermarkt das Rad neu erfunden. Statt sich also von Lockvögeln reinlegen zu lassen, kann man sich beim Einkaufen guten Gewissens von seiner Routine leiten lassen.
Viel Spass beim Einkaufen und viel Freude an den Produkten!

Euro Eure Konsumhelden 😉

 

P.S.: Konsum-Tipps geben übrigens auch die „Konsumis“ vom Konsumentenforum kf. Im Video unten erfahrt ihr, wie man Fr. 400.- bei den Miet-Nebenkosten sparen kann.

 

Padrigo

Website: http://konsumhelden.ch

2 Comments

  1. Andrea sagt:

    Wauh cooler Beitrag 🙂

    Alles nochmals kurz auf den Punkt gebracht¨!

    • Padrigo sagt:

      Vielen Dank fürs Lob.
      Die Liste ist bestimmt nicht abschliessend. Wenn du weitere Tipps hast, dann kannst du die gerne auch teilen.
      Und sonst: Merci fürs Weitersagen. 😉

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