Der Verpackungs-(IRR)Sinn

posted August 21st, 2015 · by Helden · in Allgemein, Essen & Trinken
Recycling Man

In meinem Hausmüll tummeln sich ganze Schwärme von Plastikverpackungen und ich frage mich: WIRKLICH?!? Muss das denn sein?

 

Sammelstellen für aller Art von Müll gibt es inzwischen überall und sie sind leicht zu erreichen. Dort können wir Glas, Alu, Papier, Karton, Batterien, Küchenabfälle und PET-Getränkeflaschen problemlos und, was vielleicht für viele noch viel wichtiger ist, kostenlos zurückbringen. In vielen Supermärkten stehen inzwischen sogar schon Stationen, an welchen man Plastikflaschen zurückbringen kann.
 
Des Weiteren achten inzwischen auch viele Firmen darauf, ihre Waren in möglichst nachhaltigen und schlichten Verpackungen zu verkaufen. Wo vor Jahren noch mindestens 20 kg Styropor um ein Elektrogerät gewickelt war, besteht die Verpackung heutzutage aus wenigen Lagen wiederverwertetem Karton, auch diese Styropor-Schnipsel kommen heutzutage teilweise aus Maisstärke und sind somit biologisch abbaubar.
 
Das BAFU hat einige sehr interessante Zahlen bezüglich des Schweizer Recycling-Verhaltens veröffentlicht: 96% des Glases, 91% der Aluminiumdosen, 83% der PET-Getränkeflaschen und 91% des Papiers wird recycliert. Betrachtet man die Siedlungsabfälle, werden etwa die Hälfte des gesamten Abfalls in separaten Sammelstellen entsorgt, sprich Papier, Alu oder Glas. Sieht eigentlich alles gar nicht so schlecht aus, vor allem da immer mehr wiederverwertet wird.
 
Es sieht so aus, als könnten wir uns zurücklehnen, uns auf die Schulter klopfen und kopfnickend ein selbstgefälliges Lob uns selber zusprechen.
 
Man darf nicht ausser Acht lassen, dass im Jahr 2013  die Schweiz über 21 Millionen Tonnen Abfälle produziert hat. 702 kg pro Jahr produziert schon nur jeder Schweizer und davon sind etwa 125 kg nur Plastik!
 
Betrachte ich meinen eigenen Hausmüll, tummeln sich fast nur noch Plastikverpackungen im Eimer, da der grosse Rest bereits wiederverwertet werden konnte. Nahezu alle Packungen stammen von Esswaren und ich kann kaum glauben das Esswaren von nur einer Woche einen Müllberg diesen Ausmasses erzeugen können.
 
Der Müllberg ärgert dermassen, dass ich des öfteren gewisse Produkte einfach nicht gekauft habe, weil sie viel zu viel Plastik verpackt sind. Um hier mal ein negativ Beispiel zu nennen, fast zum weinen brachten mich die Joghurt-Verpackungen mit einer Ecke, gefüllt mit Knusperflocken. So viel Plastik für 1 g Joghurt und einer halben Frühstücksflocke ist wohl das allerletzte!
 
Glücklicherweise bin ich bei weitem nicht die einzige Person, welche das Verpackungsverhalten der modernen Gesellschaft negativ auffällt. In Berlin wurde ein Geschäft namens „Original Unverpackt“ eröffnet, welche sich diesem Probleme annimmt. Die Betreiber dieses Geschäftes verzichten nahezu komplett auf unnötige Plastikverpackungen, man bringt die eigenen Verpackungen mit von zuhause und füllt dann diese mit den gewünschten Waren. Anscheinend ist dieses Konzept so erfolgreich, dass in Basel und Zürich ähnliche Supermärkte eröffnet werden sollen und die Resonanz in der Schweizer Presse war dermassen gross, dass z.B. sogar 20 Minuten und die NZZ darüber einen Artikel veröffentlichten.
 
Bis es soweit ist, kann es jedoch noch ein ganz schönes Weilchen dauern. Ich jedenfalls schaue gespannt auf die Verpackungsarme Zukunft, welche uns vielleicht bald erwartet.
Bis dahin: Packt euch schön warm ein und recycelt hart!

Helden

Website: http://konsumhelden.ch

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