Chlyklass – kei auti truurigi Männer

posted August 22nd, 2015 · by Padrigo · in Freizeit & Unterhaltung

Das zweite Chlyklass-Ablum „Wieso immer mir?“ stieg diesen Frühling gleich an die Spitze der Album Charts. Der Beweis, dass Chlyklass noch immer Konjunktur hat – und keine „alti truurigi Männer“ sind. Das Alter beschäftigt aber dennoch. Mehr dazu im Interview mit DJ Skoob, Fantu und Poul Prügu.

 

Das Berner Rap-Kollektiv Chlyklass ist Ende der 1990er entstanden, als sich nacheinander verschiedene Bands und Rapper – namentlich PVP, Wurzel5, Baze, DJ Skoob und Baldy Minder (heute der Manager) – zusammenschlossen. Nach einigen sehr erfolgreichen Auftritten erschien 2002 mit „Hersh n’Bersh“ der erste Vinyl-Tonträger des Kollektivs. 2005 folgte mit „Ke Summer“ das erste Studioalbum (Charts #12). Seither traten die einzelnen Künstler häufig solo auf. Anfangs Mai wurde – wieder im Kollektiv – dann das zweite gemeinsame Album „Wieso immer mir?“ aus der Taufe gehoben und kletterte gleich an die Spitze der Charts. Chlyklass sind populär wie eh und je. (So populär, dass übrigens auch eine Doku zu ihrer Geschichte entstand.)

 

Zu ihrem Konzert am Openair Gampel wurden sie als Legenden des Berner und Schweizer Rap angekündigt, was auch bedeute, dass sie ein gewisses Alter mitbrächten. Gefreut über ihren Auftritt haben sie sich aber eher wie kleine Buben – eigentlich war alles perfekt bis auf eine Beobachtung, welche Fantu in Visp gemacht hat:

 

Openairs stehen bei der Band aber auch deshalb hoch im Kurs, weil sie die Möglichkeit bieten würden, zusammenzukommen. Und es gibt eigentlich auch ein Ritual: Zusammen will Chlyklass jeweils auf die grösste Bahn im Funpark gehen, so Fantu. Ganz alle hätten sich aber nicht getraut, mit ihm mitzukommen.

 

Neues Album als Legitimation und Herausforderung

Das Publikum konnte am Gampjer Chlyklass-Konzert viele Songs erstmals live hören. Die Idee zum neuen Album „Wieso immer mir?“ sei bereits vor rund zwei Jahren entstanden. Band-Manager Baldy haben einen Zusammenzug organisiert und nach langen und vielen Diskussionen sei schliesslich das entstanden, wo alle dahinterstehen konnten. Die Diskussionen wurden auch über Whatsapp-Chats geführt, was mitunter zu 40-50 Nachrichten pro Tag führen konnte, so Poul Prügu. Aber im Endeffekt hat sich alles gelohnt – und ins Studio gehen zu können, sei eh eine riesige Freude gewesen. Das neue Album ist für Fantu nun Legitimation für die Tour, wobei Poul auch anspricht, welche Gradwanderung es für die Live-Show mit sich bringt:

 

„Ich freue mich auf die Pension, dann habe ich mehr Zeit, um Texte zu schreiben“

Interessanterweise haben sich (vor allem) die Medien darauf eingeschossen, bei Chlyklass das Alter ständig mit zu erwähnen. Natürlich werden auch die Rapper älter und das Rüpel-Image, welches zu Sprayer-Tagen auch noch gepflegt wurde, haben sie abgelegt, aber die Diskussion über das Alter verfolgen die Rapper trotzdem mit einem Kopfschütteln. Dass man sich keinen rapenden Opa vorstellen könne, habe sicher auch damit zu tun, dass der Musikstil relativ jung und wenig etabliert sei, sind sich die Jungs einig.

 

Ans Aufhören denken die Jungs auf jeden Fall noch lange nicht. Fantu freut sich bereits aufs hohe Alter: „Ich freue mich auf die Pension, dann habe ich mehr Zeit, um Texte zu schreiben.“ Man darf gespannt auf weitere Lieder aus der Chlykass warten…

Padrigo

Website: http://konsumhelden.ch

2 Comments

  1. MyTreeTV sagt:

    @Padrigo sehr gutes Interview! Ein aktuelles Video-Clip würde das ganze noch abrunden.

    Chlyklass „Ke Plan“

    https://www.youtube.com/watch?v=9ORbxFs_v-s

    Chlyklass – „Ke Plan“ Clip von Oliver Bär ab neuen Album „Wieso immer Mir?“
    Album kaufen: iTunes: https://itunes.apple.com/ch/album/wie
    ExLibris: http://www.exlibris.ch/de/musik/cd/ch

    Like üs doch bi Facebook: https://www.facebook.com/chlyklass?fr

    Beat: Stroke
    Text: Diens, Serej, Baze, Poul Prügu, Tiersch

    Video by Oliver Baer
    Assistent Anders Stoos
    http://www.oliverbaer.ch
    http://facebook.com/oliverbaerphotogr

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