Auf dem Weg zum Gleitschirmfliegen – von Mathias Jaeggi

posted Januar 15th, 2014 · by LizAn · in Reisen & Mobilität

Das Schweizervolk besteht aus Naturliebhabern. Diese Liebe leben sie nicht nur in Ihren Schrebergärten und beim Einkauf von Gemüse aus, sondern auch bei Ihren Aktivitäten am Wochenende und in den Ferien.


Gemäss den Informationen des Bundesamtes für Umwelt zum Thema Energieverbrauch in der Schweiz gehen 45% des gesamten Energieverbrauchs des Verkehrs auf den Freizeitverkehr zurück. Das wären dann 140’656,5 Terajoule. Ein Joule ist die Kraft, die aufgewendet werden muss, um 102 Gramm, also eine Tafel Schokolade, einen Meter anzuheben. Der Schweizer Freizeitverkehr verbraucht also ungefähr gleichviel Energie, wie wenn wir eine Million Tafeln auf die Sonne katapultieren.

Freizeit und Freiheit unterscheiden sich im Wort nur durch einen Buchstaben. In meiner Freizeit will ich die totale Freiheit verspüren und bin deshalb leidenschaftlicher Gleitschirmpilot. Für Gleitschirmpiloten wie ich einer bin gibt es in der Schweiz ein Mekka: Fiesch im Wallis. Da habe ich mich gefragt: wie reise ich am umweltfreundlichsten von Zürich nach Fiesch?

Myclimate veranschaulicht den CO2 Ausstoss pro Personenkilometer sehr gut mit der in der Galerie eingefügten Grafik. Betrachte ich also den CO2 Ausstoss, so ist der Fall klar, ich nehme den Zug. Beim Energieverbrauch sehe ich Potential für’s Auto: wenn wir uns zu viert mit unseren Schirmen in ein Auto quetschen kommen wir auf einen knapp tieferen Benzin(equivalänt)-Verbrauch pro Person als mit der Bahn. Und bei der Reisezeit legen wir mit dem Zug eine halbe Stunde drauf. Hin und zurück macht dies eine ganze Stunde, die wir lieber in der Luft verbringen als im Zug.

Ist also mal wieder alles nicht so einfach. Manchmal ist es hilfreich, viel Wissen zu haben, manchmal erschwert es die Entscheidungsfindung aber auch beträchtlich. Dazu kommt die Gruppendynamik, eigene Zielsetzungen und Bedürfnisse, wann man wieder Zuhause sein will, und so weiter. Welchen Entschluss soll ich fällen?

Persönlich habe ich mir folgende Überlegungen gemacht: Wann immer es möglich ist, versuche ich es, den Zug zu nehmen (je Erreichbarkeit des Startplatzes mit ÖV). Da ich den Gleitschirm auf dem Rücken trage habe ich beim Kauf meines Materials darauf acht gegeben, einen Kompromiss zwischen Leistung und Gewicht/Kompaktheit zu finden (Schirm: http://777gliders.com/tripleseven/rook). Während die leichtesten Schirme und Gurtzeuge betreffend Leistung und Sicherheit meinen Anforderungen nicht genügen, so sind auf der anderen Seite der Skala gewisse Produkte zu schwer und sperrig. Im Endeffekt wiegt nun das gesamte Material 14 Kilos inklusive Helm und Rettungsschirm. Dies ermöglicht mir ohne Schwierigkeiten mit dem Öffentlichen Verkehr unterwegs zu sein, da Gewicht und Grösse genügend tief sind, um damit gut in einem Zug Platz finden und auch mal weitere Strecken zu Fuss gehen zu können – und eine Tafel Schokolade findet im Rucksack auch noch Platz.

Mathias Jaeggi

LizAn

Website: http://lizaandreakuster.ch

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