Achtung, fertig, Schulden
! Was schützt uns vor Verschuldung?

posted Januar 2nd, 2014 · by LizAn · in Finanzen & Recht

Die wunderbaren Festtage sind vorbei. Das „Geschenkli“ Schenken und Auspacken auch. Das Portemonnaie wahrscheinlich leer. Trotzdem rennen viele jetzt den Aktionsangeboten nach. Um der Verschuldung den Gar aus zu machen, bieten Viele Kantone  Schuldenpräventions-Informationen an. Zudem wurde die Hochschule Luzern beauftragt, die Wirksamkeit von Schuldenprävention zu untersuchen. Folgend ihre Ergebnisse.

Wer braucht Schuldenprävention?

Der Grossteil der Jugendlichen geht verantwortungsbewusst mit Geld um. Die Mehrzahl der jungen Erwachsenen schafft den Schritt in die soziale und finanzielle Selbständigkeit ohne grössere Probleme. Ein Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aber verschuldet sich in dieser Entwicklungsphase – oft mit weitreichenden und langjährigen Folgen. Gezielte schuldenpräventive Maßnahmen sind deshalb besonders für jene Gruppen nötig, die statistisch gesehen ein Risiko haben, sich früh zu verschulden. Das sind Erwachsene ab 18 Jahren mit niedriger Schulbildung, abgebrochener Ausbildung, fehlendem Berufsabschluss und tiefem Einkommen. Junge Männer sind dabei nur unwesentlich häufiger betroffen als junge Frauen. Arbeitslosigkeit, eine Herkunftsfamilie mit tiefem Einkommen und eine bereits bestehende Verschuldung der Eltern vergrössern das Überschuldungsrisiko.

Welche Schuldenprävention ist wirksam?

Financial literacy, d.h. das Allgemeinwissen in Bezug auf den Umgang mit Geld, spielt eine wichtige Rolle in der Praxis der Schuldenprävention. Finanzkompetenz allein genügt aber nicht, um Jugendliche und junge Erwachsene vor einer Überschuldung zu schützen. Die Studie zeigt, dass psychologische Faktoren insgesamt entscheidender sind: Selbstvertrauen, die Fähigkeit, Belohnungen aufzuschieben und Selbstkontrolle sind wichtige Schutzfaktoren. Daneben erweist sich die Orientierung an Werten und Normen als zentral: Hauptsächlich konsumorientierte Werte begünstigen eine Überschuldung. Vor allem dann, wenn ein tiefes Selbstwertgefühl der Jugendlichen, eine hohe Beeinflussbarkeit und eine enge Bindung an ebenfalls konsumorientierte Gleichaltrige besteht. Junge Erwachsene verschulden sich aber nicht hauptsächlich durch Konsumkredite: an erster Stelle stehen vielmehr nicht bezahlte Rechnungen, allen voran die Steuerschulden. Noch liegen keine vergleichenden Studien über den Einfluss von Steuer- und Versicherungssystemen auf die Überschuldung junger Erwachsener vor. Es ist aber bekannt, dass junge Menschen sich seltener verschulden, wenn sie sich zutrauen, mit ihrem Geld gut umzugehen und wenn sie über einen Handlungsspielraum verfügen, den sie selber kontrollieren können. Elterliche Unterstützung und eine nicht konsumorientierte Erziehung spielen eine wichtige Rolle.

Wo sind die Grenzen der Schuldenprävention?

Am Anfang einer Überschuldung stehen oft Arbeitslosigkeit, Krankheit, frühe Elternschaft, eine (zu) frühe Ablösung vom Elternhaus oder, bei jungen Frauen, emotionale Abhängigkeitsbeziehungen zu Partnern. Gegen Schicksalsschläge und schwierige Übergänge ins Erwachsenenleben ist die Schuldenprävention machtlos. Doch können gezielte Informationen und Abklärungen zu den finanziellen Folgen solcher Ereignisse das Schuldenrisiko vermindern.

Schlussfolgerungen für die schuldenpräventive Praxis

Für die Praxis lassen sich aus der Studie folgende Schlüsse ziehen:

  • Finanzwissen allein reicht nicht aus für eine wirksame Schuldenprävention.
  • Psychologische Faktoren, Werte und Normen sind zentral. Dabei spielen Eltern eine wichtige 
Rolle.
  • Es braucht Forschung und Überlegungen zur strukturellen Prävention.

n dem Sinne, egal ob mit oder ohne Schulden, wir wünschen Allen ein wunderbares 2014.

Happy happy New Year,

Euer Konsumhelden-Team 🙂

 

LizAn

Website: http://lizaandreakuster.ch

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